Das erkennen der Gesinnung Teil II
2 Und passt euch nicht diesem Weltlauf an, sondern lasst euch [in eurem Wesen] verwandeln durch die Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist. (Rö 12:2, Schlachter)
3 Tut nichts aus Selbstsucht oder nichtigem Ehrgeiz, sondern in Demut achte einer den anderen höher als sich selbst.
4 Jeder schaue nicht auf das Seine, sondern jeder auf das des anderen.
5 Denn ihr sollt so gesinnt sein, wie es Christus Jesus auch war,.. (Phil 2:3-5, Schlachter)
Der Begriff der guten Gesinnung
Die göttliche Gesinnung läuft
a) auf Selbsterniedrigung
b) Sanftmut und
c) Aufrichtigkeit
hinaus.
Die Selbsterniedrigung entspringt dem Gefühl der eignen Schwachheit und Sündhaftigkeit durch ein Licht des Gesetzes oder des Willens Gottes.
Die Sanftmut fließt aus dem zarten Gefühl, daß andere sind, wie ich bin. Sie ist wirksam, wenn einem einmal das Herz gebrochen oder zerschlagen ist.
Die Aufrichtigkeit ist der Trieb eines unverrückten und einfältigen Blickes auf die Wahrheit, wobei man sich auch um der andern willen weh tut.
Der Begriff der bösen Gesinnung
Diesem dreifachen göttlichen Trieb widersteht der fleischliche Sinn, den der Mensch von Natur ohnehin an sich hat, wenn er sich nicht immer fest an Jesus hält.
Die verborgene bittere und finstere Quelle und ein schnell aufleuchtendes Bild seiner Geschicklichkeit, Wissenschaft und Gutherzigkeit erregen Hoffart Neid und Herrschsucht.
Die Lüsternheit im Wohlleben und in Bequemlichkeiten füllt den Menschen mit sich selbst an und macht ihn hart, träge, verdrossen und wild.
Das angewöhnte, sich selbst rechtfertigende Zugreifen nach irdischen Vorteil und nach Ehre versetzt den Menschen in eine Weisheit, die der Einfalt Christi spottet.
(Johann Ludwig Fricker, 1729-1766, aus: „Weisheit im Staube“, Zeugnisse der Schwabenväter)
Kommentare zu diesem Blogeintrag
Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Blogeintrag.