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„Das Denkvermögen – neues Denken“

„Richtet euch nicht länger nach den Maßstäben dieser Welt, sondern lernt, in einer neuen Weise zu denken, damit ihr verändert werdet und beurteilen könnt, ob etwas Gottes Wille ist – ob es gut ist, ob Gott Freude daran hat und ob es vollkommen ist.“ (Römer 12:2, NeÜ)

Daß wir denken könne, ist für die meisten selbstverständlich, und sie sind auch der Überzeugung, daß es nur eine vernünftige und logische Art des Denkens gibt. Wenn man nur richtig denkt, kommt man auch zu den richtigen Lösungen.

„Die Logik ist für viele etwas Ähnliches wie Wahrheit.“

Bereits in der Familie und später in der Schule haben wir denken gelernt. Nur relativ wenige haben aber über die Art ihres Denkens nachgedacht.

Warum denke ich das, was ich denke, und warum denke ich so, wie ich denke?
Diese Fragestellung ist wahrscheinlich weithin unbekannt, zumindest ungewohnt.

Erst im Zusammenleben mit Andersdenkenden wird das Denken zu einem Problem.
„Wie kann man nur so komisch denken?“

Diese Frage kann schon in der Begegnung mit dem anderen Geschlecht, spätestens in der Ehe auftreten. Akut wird diese Unterschiedlichkeit besonders, wenn wir Menschen aus anderen Kulturkreisen oder Glaubensrichtungen begegnen.

Ganz allgemein ist festzustellen, daß wir bei weitem nicht alle Möglichkeiten unseres Denk- und Wahrnehmungsvermögens kennen und auch nur einen kleinen Teil der Fähigkeiten unseres Großhirns nutzen.

Um uns diesen Bereich unserer Persönlichkeit zugänglich zu machen und später auch hier die Verantwortung übernehmen zu können, lohnt es sich, verschiedene Möglichkeiten des Denkens kennenzulernen.
Von Natur aus sind wir in unserem Denken unselbständig und auf das angewiesen, was wir von unserer Umwelt, von Eltern, Geschwistern und Erziehern aufnehmen. Ihre Denkformen und Urteile, die Art, wie sie das Leben und die Realität sehen, prägen sich uns wie selbstverständlich ein.

„Was wir denken, ist richtig! Wer anders denkt, ist dumm oder böse! Jeder kann doch, wenn er nur will, richtig denken!“

„Man hat weniger den Eindruck, daß Dummheit ein angeborener Defekt ist, sondern daß die Menschen unter bestimmten Umständen dumm werden.“
(Dietrich Bonhoeffer)

Denken hat immer auch mit Urteilen zu tun. Die wichtigsten Bewertungen, nach denen wir messen, und Einstellungen, die unserem Leben Richtung geben, haben wir in einer Zeit aufgenommen, in der wir noch nicht reflektieren oder prüfen konnten. In unserem Gehirn sind Denkvorstellungen und Denkmuster eingeprägt, die wir normalerweise nicht hinterfragen, weil wir sie nicht bewußt aufgenommen haben.

Der Anfang der Selbstbestimmung über mein Denken beginnt mit der Bewußtwerdung, mit der Frage nach dem Warum und dem Woher meiner Denkgewohnheiten.

Wer hat mich geprägt?
Wer hat mir am meisten imponiert?
Wer setzte die Maßstäbe in der Familie? und
gegen wen habe ich mich am meisten zur Wehr gesetzt?
Mit welchen Gruppen, Richtungen und Ideen habe ich mich identifiziert?

„Neues Denken beginnt immer mit Fragen an das bisher Gedachte.“

(Wilhard Becker)


Verfasst: 08.05.2026, 07:53 Uhr

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