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„Der widerspruchsvolle Mensch“

19 Denn das Gute, das ich will, übe ich nicht aus, sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich.
20 Wenn ich aber das, was ich nicht will, ausübe, so vollbringe nicht mehr ich es, sondern die in mir wohnende Sünde.
21 Ich finde also das Gesetz, dass bei mir, der ich das Gute tun will, ⟨nur⟩ das Böse vorhanden ist.
(Rö 7:19-21, Elb)

Wieviel Menschen sind zu Hause und draußen völlig verschieden. Draußen stehen sie ganz im Dienst der anderen – zu Hause lassen sie sich bedienen wie Paschas. Unter den Ihren sind sie eigensinnig, herrschsüchtig und reizbar, vor den Leuten draußen geduldig und friedfertig. Bei sich zu Hause schweigsam und unnahbar, draußen gesprächig und zutraulich. Ein Pfarrer, dessen Gottesdienst sehr lebendig und sehr besucht ist, ist unfähig, mit seiner Frau allein zu beten.
In unser aller Herz ist Glaube mit Zweifel, Liebe mit Feindschaft gemischt.

Ganz beiseite gelassen habe ich den Konflikt mit dem göttlichen Gebot, wie ihn Paulus im Römerbrief schildert (VII,19): „...das Gute ich will, das tue ich nicht, und das Böse, das ich nicht will, das tue ich.“ Es fällt mir sehr schwer, diesen widersprüchlichen und völlig unlogischen Charakter unserer Gefühle zuzugeben.

In der Tat können die gegensätzlichen Gefühle, wie Hoffnung und Verzweiflung, Freude und Traurigkeit, Angst und Gottvertrauen dicht nebeneinander in unserem Herzen wohnen.

(Paul Tournier, „Mensch sein ohne Maske“)


Verfasst: 06.01.2026, 10:04 Uhr

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