"Reden"
20 Denn nicht ihr seid es, die reden, sondern der Geist eures Vaters ist’s, der durch euch redet. (Mat 10:20, Schlachter)
Oft meinen die Christen, Gott werde für sie reden. Manche haben die Vorstellung, wenn sie in einer Versammlung predigen, müßten sie nicht ihren Verstand und Willen gebrauchen, sondern nur ihren Mund passiv Gott ausliefern, damit er durch sie rede.
Es erübrigt sich zu sagen, daß die Worte Jesu in diesem Abschnitt nur auf Zeiten der Prüfung und Verfolgung angewandt werden dürfen. Sie sagen nicht aus, daß der Heilige Geist anstelle des Gläubigen redet. Die Erfahrung von Petrus und Johannes vor dem Hohen Rat unterstreicht diese Bedeutung.
"Führung"
21 und deine Ohren werden das Wort hören, das hinter dir her so spricht: »Dies ist der Weg, den geht!«, wenn ihr zur Rechten oder zur Linken abbiegen wollt. (Jes 30:21, Schlachter)
Viele Gläubige erkennen nicht, das sich dieser Vers speziefisch auf Gottes Volk auf Erden, die Juden im Tausendjährigen Reich, bezieht, wo es keinen satanischen Betrug geben wird. Da sie diese Tatsache übersehen, meinen sie, übernatürliche Führung durch eine Stimme sei höchste Art von Führung. Sie denken, sie seien geistlicher als andere, und nehmen deshalb solche übernatürlichen Weisungen an. Sie hören weder auf ihr Gewissen noch folgen sie der Intuition; sie warten einfach passiv auf die übernatürliche Stimme. Diese Gläubigen sind der Meinung, sie brauchen nicht zu denken, zu überlegen, zu wählen oder zu entscheiden. Sie müssten einfach gehorchen. Sie gestatten der Stimme, die Stelle ihres Gewissens und ihrer Intuition einzunehmen. Die Folge ist:
a) Sie gebrauchen nicht ihr Gewissen;
b)böse Geister nutzen die Gelegenheit, und übernatürliche Stimmen treten an die Stelle der Gewissensentscheidung.
Das Ergebnis ist, daß der Feind mehr Raum in diesen Gläubigen gewinnt.
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„Von der Zeit an läßt sich der Betrogene nicht mehr beeinflussen durch das, was er fühlt oder sieht, oder was andere ihm sagen. Er verschließt sich gegen alle Fragen und weigert sich, zu diskutieren. Dieses Ersetzen der eigenen Gewissensentscheidung durch übernatürliche Führung erklärt den Zerfall der Moral von Personen mit übernatürlichen Erfahrungen, weil sie ihr Gewissen durch die Weisungen böser Geister ersetzt haben. Sie selber haben keine Ahnung davon, daß sich ihr sittliches Niveau gesenkt hat; denn ihr Gewissen ist durch fortgesetztes, mutwilliges überhören der Mahnung des Heiligen Geistes und durch das Befolgen der Weisungen verführerischer Geister in Angelegenheiten, wo nur das Gewissen entscheiden sollte, ob sie recht oder unrecht, gut oder böse seien, verhärtet worden“.
(Penn-Lewis, Krieg den Heiligen, Seite 121-122)
(Watchman Nee, „Der geistliche Christ“)
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