Glücklich sind, die im Weg untadelig sind, die im Gesetz des HERRN wandeln. (Ps 119:1, Elb)
27 Ich will meinen Geist in euch geben und will solche Leute aus euch machen, die in meinen Geboten wandeln und meine Rechte halten und danach tun. (Hesekiel 36:27, Luther)
Offenheit ist die Kritikfähigkeit sich selbst und seiner Geschichte gegenüber und das Ende des bisher geschlossenen Weltbildes.
Offenheit löst zunächst Angst aus. Ich weiß nicht, was alles in Frage gestellt werden kann und welcher gedankliche Erdrutsch dadurch ausgelöst wird. Wandlung ist die Konsequenz des neuen Denkens. Es ist der Exodus aus gewohnten Denk- und Lebensmustern und der Beginn eines Weges ohne Sicherheit.
Wandlungen fangen immer, wenn sie gesund sind, im Kopf an: sie sind Änderungsvorgänge im Denken, Wahrnehmen und Bewußtwerden. Ich bin und lebe was ich denke!
Aber der kritische Rückblick und die Überprüfung des Denkens genügen nicht. Auch der Aufbruch ist noch nicht ausreichend, um die inneren Machtverhältnisse zu verändern. Wichtig ist auch die Entdeckung, daß es darüber hinaus neue Denkmöglichkeiten gibt.
Es gibt mehr als nur logisches und sachliches Denken. Die rationale Vernunft ist nicht die höchste und letzte Stufe. Es gibt mehr als richtig und falsch. Ich kann bei aller Logik und Geistesschärfe immer noch destruktiv denken. Neu wäre zum Beispiel eine konstruktive Art des Denkens im Unterschied zur analytischen Denkweise.
Es gibt eine kreative Art zu denken. Viele könnten sich in geniales Denken einüben und so die bisherigen Grenzen des Gedachten sprengen und neue Räume aufschließen. Genial zu denken ist nicht nur die logische Fortsetzung des Bisherigen, sondern die Fähigkeit, sich das Ungewohnte und bisher Ungedachte vorzustellen und darüber nachzusinnen. Es ist ein Denksprung über die bisherigen Denkmöglichkeiten hinaus.
„Genialität kann geübt werden, ist lernbar.“
Jede neue Sprache, in die ich mich hineindenke, erschließt mir auch eine neue Art zu denken, zu kombinieren und die Wirklichkeit zu erfassen. Jede Form der Kunst, des Glaubens, der wissenschaftlichen Forschung, jede neue kreative Tätigkeit oder die Beschäftigung mit grenzüberschreitenden Erfahrungen ist verbunden mit neuen Möglichkeiten, die noch unbekannten und ungenutzten Gebiete unseres Gehirns zu aktivieren und uns neue Reichtümer zu erschließen.
Wir nehmen durch unser erweitertes Denken und Wahrnehmen neue Welten mit ihren Möglichkeiten, Kräften und Horizonten in uns auf und erweitern so den Reichtum unserer Persönlichkeit.
(Wahrnehmung: ich füge hinzu, kann auch eine Ermutigung für andere sein, wenn ich meine Erfahrungen teile.)
Wer seinen Denk- und Wahrnehmungsbereich entdecken und sich zu eigen machen will, beginnt am besten mit einer Bestandsaufnahme:
- Was sind meine Vorurteile,
- meine starren Bewertungen,
- die Grenzen meines Kontaktes mit andersartigen Menschen;
- meiner Angst, Gewohntes verlassen zu müssen?
So können Denkbarrieren erkannt und überwunden werden. Das erfordert allerdings nicht wenig Mut.
(Wilhard Becker)
Kommentare zu diesem Blogeintrag
Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Blogeintrag.