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„Spirituelle Verführung“

10 Es soll niemand unter dir gefunden werden, der seinen Sohn oder seine Tochter durchs Feuer gehen lässt, oder einer, der Wahrsagerei betreibt oder Zeichendeuterei, oder ein Beschwörer oder ein Zauberer
11 oder einer, der Geister bannt, oder ein Geisterbefrager oder ein Hellseher oder jemand, der sich an die Toten wendet.
(5. Mose 18:10-11, Schlachter)

17 Ich ermahne euch aber, ihr Brüder: Gebt acht auf die, welche Trennungen und Ärgernisse bewirken im Widerspruch zu der Lehre, die ihr gelernt habt, und meidet sie!
18 Denn solche dienen nicht unserem Herrn Jesus Christus, sondern ihrem eigenen Bauch, und durch wohlklingende Reden und schöne Worte verführen sie die Herzen der Arglosen.
(Rö 16:17-18, Schlachter)

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„Spirituelle Verführung“

"Traumatisierte Menschen sind anfällig für esoterische Heilsversprechen, denn oft ersetzen übersinnliche Konzepte das Fühlen der schmerzhaften Wahrheit."

Es ist kein Zufall, dass immer mehr Menschen spirituelle Coachings, mediale Heilversprechen, Channelings, „Lichtarbeit“ und kostenintensive Bewusstseinstrainings aufsuchen. Es ist auch kein Zufall, dass viele von ihnen eine traumatische Lebensgeschichte haben. Sie suchen nicht nach Magie — sie suchen nach Orientierung. Nicht nach Esoterik — sondern nach Halt. Nicht nach Engeln — sondern nach jemandem, der sie endlich bedingungslos liebt.

Eine Analyse aus Sicht der Identitätsorientierten Traumatheorie und Therapie (IoPT) nach Prof. Dr. Franz Ruppert.

von Birgit Assel
Nicht Naivität öffnet Türen für spirituelle Versprechen, sondern die Tatsache, dass wir in einer anderen Zeit leben als unsere Eltern und Großeltern. Frühere Generationen hatten keine Kapazität für Selbsterfahrung oder Spiritualität. Sie mussten arbeiten, funktionieren — und wenn sie religiös waren, gingen sie in die Kirche.
Heute tauchen Gefühle auf, für die es damals keinen Platz und keine Zeit gab — und genau dort werden spirituelle Angebote plötzlich zur vermeintlichen Antwort. Unsere Sensibilität ist kein Fehler — sie ist der Preis dafür, dass wir endlich fühlen können. Und genau dort wird sie manipulierbar.

Traumatisierung schafft ein Vakuum — und Spiritualität füllt es

In der Identitätsorientierten Psychotraumatherapie sprechen wir von psychischer Spaltung. Doch Spaltung ist nicht immer gleich — sie hat unterschiedliche Auslöser.
Ein Monotrauma — ein Unfall, Überfall oder eine Naturkatastrophe — kann das Leben in ein Davor und ein Danach teilen. Die Identität hatte ein sicheres Fundament, auf das zurückgegriffen werden kann, auch wenn dieses erschüttert ist.

Ein komplexes Trauma — oder Bindungstrauma — entsteht nicht durch ein einzelnes schockierendes Ereignis, sondern durch eine Realität, in der Bindung gleichzeitig gebraucht wird und gefährlich ist. Es beginnt oft von Lebensbeginn an, lange bevor es Worte gibt. Hier gibt es kein Davor. Keine sichere Basis, aus der ein Danach entstehen könnte.

Die Bedrohung geht von den Bindungsmenschen — den Eltern — aus, die eigentlich Liebe, Halt und Geborgenheit geben müssten. Was Schutz sein sollte, wird zur Quelle von Ohnmacht, Angst, Hilflosigkeit und oftmals Todesangst. Das bedeutet: Die Psyche ist von Beginn an fragmentiert.

Und damit das Kind nicht stirbt, baut die Psyche ein Ersatzfundament: Überlebensstrategien, die Sicherheit simulieren, wo keine war. So verschieben sich die inneren Koordinaten:
- Abhängigkeit fühlt sich an wie Orientierung.
- Nähe fühlt sich an wie Gefahr.
- Autonomie fühlt sich an wie Verlust.
- Entscheidung fühlt sich an wie Schuld.

https://www.manova.news/artikel/spirituelle-verfuhrung


Verfasst: 06.02.2026, 10:42 Uhr
Editiert: 06.02.2026, 10:45 Uhr

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