1 Stoßt in das Schopharhorn in Zion und blast Lärm auf meinem heiligen Berg, dass alle Bewohner des Landes erzittern; denn der Tag des HERRN kommt, ja, er ist nahe —... (Joel 2:1, Schlachter)
2 Wolken und Dunkel sind um ihn her, Gerechtigkeit und Recht sind die Grundfeste seines Thrones. (Ps 97:2, Schlachter)
2. Wolken und Dunkel ist um ihn her. In solcher Weise hat der HERR sich am Sinai geoffenbart; so muss er stets das Innerste seines göttlichen Wesens verhüllen, wenn er sich den Menschenkindern zeigt, sonst würde seine übermäßige Herrlichkeit sie töten. Jede Offenbarung Gottes muss zugleich eine Verhüllung sein; es muss eine Beschattung seines blendenden Glanzes stattfinden, wenn denn beschränkte Wesen irgendetwas davon sehen sollen.
Ähnlich ist es oft mit den Führungen des HERRN: bei dem Durchführen der Pläne seiner vollkommenen Liebe verbirgt er oft seine gnädigen Absichten, damit diese am Ende umso klarer erkannt werden. Es ist Gottes Ehre, eine Sache zu verbergen. (Spr. 25,2)
Um die Geschichte seiner auserwählten Gemeinde schweben dunkle Wolken der Verfolgung, und manchmal senkt sich schauerliche Finsternis auf die Seinen nieder (vergl. 1. Mose 15,12 f.); aber doch ist der HERR da, und wiewohl die Menschen eine Zeit lang das helle Licht, das inmitten der Wolke ist, nicht sehen, bricht es zur rechten Stunde durch, den Widersachern des Evangeliums zum Schrecken.
(Charles Haddon Spurgeon)
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Wer nicht durch den Heiligen Geist neu geworden ist, findet die Lehren Jesu oft simpel. Aber wenn er dann den Heiligen Geist bekommen hat, sieht er, dass „Wolken und Dunkel … um ihn her …“ sind. Das erkennen wir erst, wenn uns die Lehren Jesu wirklich intensiv beschäftigen. Wir können nur ganz verstehen, was Jesus gesagt hat, wenn der Heilige Geist, der in uns ist, sein Licht hineinbringt.
Wenn wir noch nie alle übertriebene Lässigkeit hinter uns lassen mussten, mit der Gott begegnen, wenn wir noch nie die Notwendigkeit gespürt haben, Gott unsere Ehrfurcht auszudrücken – dann ist es fraglich, ob wir wirklich schon einmal vor ihm gestanden haben. Wer nachlässig und respektlos in die Nähe Gottes zu kommen sucht, gehört zu den Menschen, die Jesus Christus nie kennen gelernt haben. Erst wenn wir die unglaublich beglückende und befreiende Erkenntnis gewonnen haben, was Jesus Christus tut, wird uns das undurchdringliche „Dunkel“ bewusst in der Frage, wer er ist.
Jesus sagt: „Die Worte, die ich zu euch geredet habe, sind Geist und sind Leben“.
Vorher erscheint uns die Bibel nur als eine Ansammlung von Worten – „Wolken und Dunkel“ – und dann plötzlich bekommen sie Leben und Sinn, weil Jesus sie uns noch einmal sagt, wenn unsere Situation ihnen neue Bedeutung gibt. So spricht Gott zu uns: nicht durch Träume und Visionen, sondern durch Worte. Wenn ein Mensch zu Gott kommt, dann auf dem einfachsten denkbaren Weg: durch Worte.
(Oswald Chambers)
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